Sonntag, 15. Februar 2026, 12:00 Uhr
Melanchthonkirche
Gute Beziehungen
Über die Entstehung von Resilienz,
die Fähigkeit zur Vision – und die Frage, wozu beides gut sein kann

Kanzelrede: Prof. em. Dr. Hildegard Mogge-Grotjahn
Begrüßung und Rezitation: Dr. Annette Mönnich
Musik: Ludwig Kaiser
Viele Menschen haben Visionen, also Wunschvorstellungen davon, wie ihre persönliche und die gesellschaftliche Zukunft aussehen sollte. Visionen enthalten ein veränderndes Potenzial. Ihnen zu folgen, erfordert einen langen Atem und einen „inneren Kompass“ sowie Menschen, mit denen die eigenen Visionen geteilt werden können.
Für diesen Prozess ist es hilfreich, „resilient“ zu sein, d.h. mit belastenden Situationen, Herausforderungen und Krisen aller Art produktiv umgehen zu können. Resilienz entsteht vor allem durch emotional stabile, soziale Beziehungen – in erster Linie, aber nicht nur in der Kindheit.
Aber: Visionen sind nicht als solche „gut“, und tragenden soziale Beziehungen können auch auf Abgrenzung gegen Andere beruhen oder gar auf deren Kosten entwickelt werden. Es bedarf also der inhaltlichen Kriterien für „gute Beziehungen“ und „anstrebenswerte Visionen“, und der gemeinsamen Verständigung über diese Kriterien. Entscheidend sind die Maßstäbe der Menschenrechte und der Menschenwürde sowie die Chancen auf ein gelingendes Leben für alle Menschen.
Diesen komplexen Wechselwirkungen von „Visionen“ und „Resilienz“ und ihren ethischen und politischen Dimensionen möchte ich in meiner Kanzelrede nachgehen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, was „gute“ Beziehungen ausmacht und wie sie dazu beitragen können, die Welt zu einem etwas besseren Ort werden zu lassen.