Sonntag, 03. März 2024, 12:00 Uhr
Melanchthonkirche

Die Zeit der Verluste
Textpassagen aus dem gleichnamigen Buch von Daniel Schreiber
Rezitation: Karin Moog
Musik: Dr. Maik Hester
Wir befinden uns in einer Zeit um sich greifender Verluste, sagt Daniel Schreiber, Autor des Buches „Die Zeit der Verluste“. Das Bedrohungsgefühl, das wir heute spürten, sei so groß wie noch nie für die meisten von uns zu unseren Lebzeiten. Darüber müssten wir nachdenken und dieser Situation mit einer „inneren Trauerarbeit“ begegnen, so der Aufruf des Autors.
Die vergangenen sieben Jahrzehnte seien eine noch nie da gewesene Zeit der Stabilität gewesen, so Schreiber. Jetzt gäbe es ein konkretes, kollektives Gefühl, dass diese immer noch greifbare Stabilität verloren ginge. Zum Beispiel angesichts von Kriegen, die heute wieder Mittel von Politik geworden seien und immer näher rückten.
Oder angesichts des Klimawandels und der Zunahme antidemokratischer, nationalradikaler Entwicklungen. „So zu tun als sei das etwas, was die Menschen schon die ganze Zeit durchmachen müssen, das ist einfach falsch und unaufrichtig und für mich eher ein Zeichen der Trauerabwehr“, so der Autor.