Neurophysiologische Überlegungen über das Erinnern

Sonntag, 01. Juni 2025, 12:00 Uhr
Melanchthonkirche

Neurophysiologische Überlegungen
über das Erinnern

Kanzelrede: Sven Klose
Musik: Ludwig Kaiser

Erinnerungen sind nicht nur ein Teil unserer Identität, sondern prägen diese ebenso. Sie erzählen unsere Lebensgeschichte und lassen uns in die Vergangenheit zurückblicken, die Gegenwart verstehen und die Zukunft vorstellen.

Erinnern bedeutet, etwas im Gedächtnis bewahrt zu haben und sich dessen wieder bewusst zu werden. Das Erinnern ist also geknüpft an das Lernen bzw. technisch formuliert, das Abrufen an das Abspeichern von Informationen durch unser Gehirn. Daher müssen wir auf die neurophysiologischen Mechanismen, also die zellulären und molekularen Prozesse in unserem Nervensystem schauen, wenn wir ansatzweise verstehen wollen, was dort eigentlich in unserem Gehirn bzw. unseren Nervenzellen passiert, wenn wir lernen und erinnern.

Wie kann man also neurophysiologisch erklären, dass Informationen und komplexe Ereignisse in unserem Leben abgespeichert werden? Wieso erinnern wir uns bei einem Musikstück an bestimmte Menschen und Situationen, obwohl diese schon lange zurückliegen?

Aber warum vergessen wir bzw. „verblassen“ manche Erinnerungen? Und können wir unseren Erinnerungen immer vertrauen?